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Too Cool for Internet Explorer

Paris Hilton

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag August 5, 2008

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Paris Hilton.

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Der Lü

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag August 4, 2008

Sehr geehrte Frau Andrea,

ein Wort vom Rande unserer Gesellschaft verlangt nach Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit. Der Lü, die häfnbrüderliche Umschreibung des Tschickstummels. Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang die Wortschöpfung eines Klienten unserer Einrichtung: “Lü-Pecker”, ein Obdachloser, der Zigarettenstummel vom Boden aufliest.

Benedikt Friedel, Kuturbeauftragter der sozialmedizinischen Drogenberatungsstelle Ganslwirt

Lieber Bendedikt,

die Wiener Gaunersprache kennt den Zigarettenstummelsammler unter der Bezeichnung Tschikarretierer. Zum Ausdruck Lü-Pecker biete ich zwei erklärende Gedankengänge an. Ich erinnere mich an einen Schulkollegen, Kurzweil mit Namen, der sich Lüt, Lütt nannte, denn dieses, so sagte er, sein plattdeutsch für klein, kurz. Lü für kurze Zigarette dürfte dennoch nicht aus Norddeutschland kommen, sondern aus der Regierung Kreisky. Lü war der Spitzname von Kreiskys parteilosem Verteidigungsminister Karl Lütgendorf, einem Ex-General von auffallende kleiner Statur, der 1977 wegen Verwicklung in illegale Waffengeschäfte zurücktreten musste. Lütgendorf starb 1981 unter mysteriösen Umständen. Der offiziellen Version, Selbstmord durch Erschiessen, stehen Gerüchte entgegen, die den Tod Lütgendorfs, der über Jahrzehnte höchste militärische und politische Kontakte pflegte, in die Nähe der Ermordung des ägyptischen Staatspräsidenten Muhammad Anwar as-Sadat rücken. Laut Lütgendorfs Sohn Philipp sei sein Vater, während einer Jagdgesellschaft mit der Nachricht von Sadats Tod konfrontiert, kreidebleich geworden und habe gemeint „er wäre der Nächste”. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 32/2008

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Böse Symmetrien ::: Peter Westenthaler

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juli 29, 2008

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Aus dem Symmetrielabor: Peter Westenthaler. BZÖ-Politiker.

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Gewittermilch

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juli 28, 2008

Liebe Frau Andrea,

gerade erschien das Kochbuch des niederländischen Demo-Aktivisten Wam Kat - 24 Rezepte zur kulinarischen Weltverbesserung. Darin ist davon die Rede,
dass wegen Gewitters sauer gewordene Nudeln eine prima Bratlinggrundlage seien. Und hieß es nicht früher, bei Gewitter werde Milch sauer? Wieso ist das so? Wegen Plasma und Volt? Und ist das gesund?

Fragt die Trixi aus dem tiefen Simmering

Schau mal Trixi,

der Mythos der gewittersauren Milch stammt aus der Generation unserer Großmütter und Urgroßmütter. Offenstehende Milch, so geht die Küchenerzählung, werde durch das Kommen eines Gewitters schlagartig sauer. Es empfehle sich daher, Milchkannen rasch in den kühlen Keller zu bringen. Seit der Erfindung von Kühlschränken erübrigt sich der Gang in die Tiefe. Wie aber wird Milch sauer und warum? Milch wird sauer, weil kleine Wesen, Lactobazillen genannt, den in handelsüblicher Milch enthaltenen Milchzucker - die Laktose - in Milchsäure umwandeln. Dabei wird Essig freigesetzt, der das Eiweiß gerinnen lässt. Die Milch wird nicht nur sauer, sondern auch dick. Lactobazillen mögen es warm. Bei 31 Grad Celsius und feuchter Luft vermehren sie sich enorm schnell. Und warm ist es - erraten - vor einem Gewitter. Trotz dieses einleuchtenden Zusammenhangs suchen Esoteriker, Laienwissenschafter und Biophysiker nach anderen Erklärungsmodellen. Sie wollen Sferics als Säuertäter ausgemacht haben, kurze, langwellige, elektromagnetische Impulse, die bei Gewittern auftreten und noch in über 500 km Entfernung gemessen werden können. Wie und ob Sferics mit Lactobazillen kommunizieren, ist noch ungeklärt. Saure Milch ist nicht ungesund. Verdorbene schon. dusl@falter.at www.comandantina.com

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Restituta

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juli 21, 2008

Liebe Frau Andrea,

es gibt eine katholische Heilige namens Restituta. Hat die etwas mit der Restitution von Raubkunst zu tun?

Liebe Grüsse, Matthias Pitscheider

Lieber Herr Matthias,

Restitution ist nicht gleich Restitution, Restituta nicht gleich Restituta. Unter dem Begriff der Restitution dürfen wir uns die Rückgabe von Vermögenswerten vorstellen, die während des Nationalsozialismus in Österreich enteignet, geraubt oder weit unter Wert in Notverkäufen abgepresst wurden. 1995 wurde anlässlich des 50. Jahrestags der Gründung der Zweiten Republik der Nationalfonds für die Opfer des Nationalsozialismus geschaffen, zwischen 1998 und 2003 im Auftrag einer Historikerkommission Entstehungsgeschichte, Wirkungsweise und auch Probleme der sieben Rückstellungsgesetze analysiert und damit Licht in ein düsteres Kapitel der Österreichischen Justizgeschichte gebracht. Die Restitution ist bis heute nicht abgeschlossen und reicht vom spektakulären grossformatigen Schiele bis zum Taschenuhr. Als Schutzheilige der Rückgabe eignet sich SS. Restitutae nur bedingt, obgleich es zwei Damen dieses Namen gibt. Als Restituta prima gilt eine karthaginische Jungfrau, ermordet 255, deren heilige Knochen in Neapel liegen und die am 17. Mai verehrt wird. Die zweite Restituta war eine fromme Mödlinger Narkoseschwester, die von der Gestapo im Operationssaal verhaftet und 1943 wegen Feindbegünstigung und Vorbereitung zum Hochverrat hingerichtet wurde. Helene Kafka, Sr. Maria Restituta mit Ordensnamen, wegen ihres tschechischen Temperaments Sr. Resoluta genannt, wurde 1998 auf dem Heldenplatz von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 30/2008

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Showtime ::: Andrea live ::: FM4

Bloged in Freizeit von stanger.org Donnerstag Juli 17, 2008

Heute live: Andrea in FM4,

ORF Radio FM4, Privatstrand (13:00-14:00)
Gerald Votava im Gespräch mit Regisseurin, Autorin und Kolumnistin Andrea Maria Dusl.

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Frühling heissen

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juli 14, 2008

Liebe Frau Andrea,

laut herold.at gibt es in Österreich nicht einmal zwei Dutzend Familien mit Namen “Frühling”.
Sommers, Herbsts und Winters gibt es jedoch zahllose. Wie kommts?

Sommerliche Grüße, Herr Redi, per Elektropost

Lieber Herr Redi,

die Bezeichnung Frühling, Frühjahr für die erste Saison des Jahres ist relativ jung, sie entstand erst im Neuhochdeutschen, gleichzeitig mit Spätling, Spätjahr für Herbst. Die haben sich aber in der Hochsprache nicht gehalten. Für den Jahresabschnitt, den heute unser Frühling einnimmt, war früher der alte Februarname Hornung in Gebrauch, es war die Zeit, in der die Hirsche ihr Horn, ihr Geweih abwerfen. Vorsommerliche Familiennamen leiten sich von den grossen Festen des Frühjahrs ab, vom Paschedag (Passah) und Ostertag und dem als Familienname äusserst beliebten Fasching. Der Name Frühling kommt in Österreich nur in den Speckgürteln der Städte Wien, Salzburg, Graz und Klagenfurt vor, hat aber in Deutschland eine massive Konzentration um die Stadt Aurich in Ostfriesland. Er scheint nicht von der Jahreszeit zu kommen, sondern wahlweise von der freien, oder frühen Geburt. Ob in Ostfriesland zur Zeit der Bildung von Familiennamen der freie Bauer oder eher die Frühgeburt Konjunktur hatten, vermag meine bescheidene Privatdemoskopie nicht zu klären. Österreichs Sommers und Winters häufen sich überall, am meisten in Wien. Der Familienname Herbst (verwandt mit dem englischen harvest, der Ernte) kommt in den deutschsprachigen Ländern fast so oft vor wie Sommer und Winter. Spitzenherbste finden sich im Weserbergland, im Harz und im Fränkischen. Österreichs Herbste wohnen im Flachgau, im Pinzgau und im Mur-Mürztal. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 29/2008

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Couch Surfing

Bloged in Freizeit von stanger.org Sonntag Juli 13, 2008

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Dusilation für Falter 28/2008.

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Es reicht

Bloged in Freizeit von stanger.org Freitag Juli 11, 2008

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“Es reicht”, hatte der Aspirant gesagt und die Regierung hochgejagt.
Dusilation für das Falter-Cover 28/2008.

Ins Bild klicken für grosse Version:

FA-28.2008-Cover-Kim-il-Mol.jpg

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Der Kanzler lacht

Bloged in Freizeit von stanger.org Freitag Juli 11, 2008

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Wien, 9. Juli 2008, Nationalrat, Regierungsbank. Der scheidende Bundekanzler lacht über mein Falter-Cover.

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In der Tiefe

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juli 7, 2008

Liebe Frau Andrea,

mein Weg zur Arbeit führt mich täglich durchs schöne Hernals, das ist jener Bezirk mit den wild geflickten Straßen und der fehlenden U-Bahn. Nun kann man auf der Geblergasse fast beim Gürtel ein mysteriöses Loch im Asphalt beobachten, hier tut sich die Straße auf und gibt - wenn jede Woche neuer Teer nachfüllt wird - den Blick auf den Untergrund frei. Was mich zur Hauptfrage bringt: Was ist unter Wien? Magma, Lava, die Hölle? Oder einfach nur “Gstettn”?

Fragt Tobias B. Gehrlich aus Wien 17

Lieber Tobias,

das Strassenspachteln in Hernals hat allen Bezirksstoßgebeten zum Trotz noch nicht mit dem Bau der legendenumwobenen U5 zu tun. Wollten Sie nächtens Hobbygeologie betreiben, wird Ihnen unter Hernals Bachschotter ins Strandschäufelchen rutschen. Die Kiesel hat der namensgebende Bezirksfluss Als hier seit der Eiszeit abgelagert. Für heimliche Grabungskampagnen in anderen Bezirken gilt die Faustregel: Innerhalb des Gürtels finden Sie Lehm und Löss (von den eizeitlichen Winden abgelagerter Dünensand), im Wiental Schotter, im Zweiten und Zwanzigsten Hieb und drüben in Transdanubien Au-Lehm und Flusssand und im Wienerwald oben, Sandstein und Mergel (kalkhaltigen Ton). In den Stadtteilen zwischen Gürtel und Wienerwald liegen unter jenen Gegenden, die Sie auf geflickten Strassen bewandern, Schluff, Ton und Sand. Das nächste Magma liegt unter Neapel, mit dem Nachtzug 15 Stunden von Wien entfernt. Zu einer der Pforten zur Hölle hingegen wäre es nicht weit: Ein alter Zugang in die Unterwelt liegt im 3. Bezirk. Gleich neben dem Beatrixstüberl. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 28/2008

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Bürgermeister Häupl und seine Leute

Bloged in Freizeit von stanger.org Samstag Juli 5, 2008

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Grete Laska, Vizebürgermeisterin der Stadt Wien und Amtsführende Stadträtin für Jugend, Bildung, Information und Sport. Renate Brauner Vizebürgermeisterin, Stadträtin für Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke. BM MH. Rudi Schicker, Stadtrat für Stadtentwicklung und Verkehr. Sonja Wehsely, Stadträtin für Gesundheit und Soziales.

Dusilation für Falter 27/2008. Ins Bild klicken für 1000-Pixel-Version!

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Dream Team

Bloged in Freizeit von stanger.org Mittwoch Juli 2, 2008

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Alfred Gusenbauer, österreichischer Bundeskanzler und Werner Faymann, designierter Parteivorsitzender der Sozialdemokratie. Das Dreamteam.

Dusilation für Falter 27/2008. Klicken für 1000px-Version!

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Fußball-EM ::: Tor des Turniers

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juli 1, 2008

FA-27.2008-EM-Tor-der-Woche.jpg

Fernando Torres, Du darfst mich heiraten.

Für Falter 27/2008.
Ins Bild klicken für 1000px Version
©Andrea Maria Dusl

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Fußball-EM ::: Tor der Woche 3

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juli 1, 2008

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Der Deutsche

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 30, 2008

Liebe Frau Andrea,
mich quält folgende Frage: Warum bemühen sich viele Wiener gegenwärtig so sehr darum, aus mir - einem bisher eher fußballdesinteressierten Piefke mit nur rudimentärer nationaler Verwurzelung - einen Fan der unzuverlässig Fußballspielenden Deutschen Nationalmannschaft zu machen? Ich bin doch in diesen Dingen garnicht kompetent! Bitte sorgen Sie für Entspannung!

Vielen Dank, Ihr Wolf Wohlgemuth

Lieber Wolf,

wie es scheint, sind Sie Opfer inversiv-reversiven Chauvinismus geworden. Der Österreicher (und in massen auch die Österreicherin) leidet unter einem fussballerischen Minderwertigkeitskomplex. Dieser ist angesichts der podospaeralen Fertigkeiten des Landes auch durchaus gerechtfertigt. Nicht im Traume fiele es dem Österreicher (und in massen der Österreicherin) ein, das Land einem direkten Vergleich mit den großen Nationen des fussballerischen Könnens, Italien, Brasilien, Spanien oder England auszusetzen. Ungeachtet dessen versetzt der Österreicher der eigenen Seele grosse Hiebe, indem er sich am grossen Nachbar erigiert. Das liegt wohl daran, dass das fussballerisch affine Österreich die Sprache des Nachbarn zu sprechen vermeint. Und weil der Österreicher (und mit ihm die Österreicherin) den Chauvinismus des grossen Nachbarn sprachlich zu entschlüsseln weiss, antwortet er mit Verachtung und Mißgunst. Allein durch ihre Sprache, lieber Wolf, setzten sie sich diesem Mechanismus aus. Abhilfe gibt es nur im Symbolischen: Sprechen Sie Schwyzerdütsch, Friesisch oder Südtirolerisch, tragen sie weissrot-grosskarierte T-Shirts oder welche in Orange. Am besten jedoch, darin sind sich Experten einig, immunsieren Sie sich dieser Tage mit einem Fernando-Torres-Leibchen. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 27/2008

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Verweile doch, du bist so schön

Bloged in Freizeit von stanger.org Freitag Juni 27, 2008

Augenblicke ständig festzuhalten ist dank Digital- und Handykamera kein Problem - Merken wir uns dadurch das Erlebte auch besser? Andrea Maria Dusl hat darüber nachgedacht. In Standard-Rondo vom 27.06.2008.

Neulich bin ich über einen verstaubten Karton gefallen, den ich jahrelang gesucht hatte. Im Siebzigerjahre-Sportschuhkistchen versteckten sich Bilder, die ich als Teen gemacht hatte. Nicht einige Bilder waren drin, sondern alle. Ausnahmslos. In dem Karton war die Welt gestapelt, wie sie mir zugefallen war, abgelichtet mit meinem ersten Fotoapparat, einer Spiegelreflexkamera aus der DDR.

Der Fund erschütterte mich so nachhaltig wie Schliemann das Ausgraben von Troja, und dennoch hat mich die staubige Kiste, die da in der Familienrumpelkammer unverhofft vor meine Füße gepurzelt ist, traurig gemacht. Das sollte mein Teenagerleben sein? Besseres hatte ich nicht erlebt?

Ich hatte es spannend in Erinnerung gehabt, aufregende Bilder hatte ich abgelichtet, so meinte ich, an seltsamen Orten, in unglaublichen Beleuchtungen und kostbaren Farben, mein Blick war scharf gewesen, so entsann ich mich, mein Auge geschult. Ich hatte meisterlich porträtiert und Motive eingefangen, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Dachte ich.

Schlecht belichtete Allerweltsaufnahmen

Denn als ich den staubigen Karton evakuiert und die Fotos studiert hatte, war ich verzagt. Mein fotografisches Erbe, wie es sich in meine Erinnerung eingebrannt hatte, bestand aus stößeweise schlecht belichteten Allerweltsaufnahmen. Mit matten Farben, unscharf und schlicht, bedeutungslos und nichtssagend.

In Minimundus muss ich gewesen sein, einmal auf der Rückbank eines Londoner Doppeldeckerbusses, einen Schuh hatte ich fotografiert, in einer grünen Wiese, und einen Tisch mit Taschentüchern und Rotweinflaschen.

Die Menschen, die ich da abgelinst hatte, hatten verwischte Köpfe, verzogene Gesichter und breiigen Teint. Elendes Geknipse war das, flau und fade, mein fotografisches Gedächtnis war eine Pleite, eine Ansammlung von GAFUs, größten anzunehmenden Fotografier-Unfällen.

Brauntöne und blasses Geschleiere

Hätte ich nur eines dieser Bilder mit der kleinen Digitalkamera geschossen, die ich jetzt in meiner Jackentasche trage, es wäre zumindest scharf gewesen. Es wäre richtig belichtet gewesen, und es hätte Farben gehabt. Nicht diese Brauntöne, blaues Geschleiere und rote Gesichter, dort wo der Film zu Ende ging. Und das ging er gerne und oft. Zu Ende.

Wer auch immer der Zeit der Negativfilme nachweint, möge sich der Trauerarbeit aussetzen, den eigenen großen staubigen Karton mit den ach-so-großartigen Bildern aus den Siebzigern und Achtzigern zu sichten. Und dann möge, wer auch immer diese Arbeit hinter sich gebracht hat, mir zustimmen: Das Zeitalter der digitalen Bilder ist ein gutes Zeitalter. Ein sehr gutes Zeitalter. Wenn der Magnetsturm nicht durch die Serverfarmen stürmt und nicht allzu viele Festplatten ihren Geist vor der Datenübersiedelung aufgeben, dann wird von unserer Welt mehr und schöneres übrigbleiben als von jeder vorherigen.

Und selbst wenn alle privaten Festplatten, alle Flashkarten und USB-Sticks dieser Welt bis auf das letzte Bild gelöscht wären, dann ließe sich aus Facebook und Flickr, ImageShack, Photobucket und den Google-Speichern, den Datenfarmen von CIA und NSA, und wer sonst noch alles Handydaten und E-Mails auswertet und sichert, ein lebendiges Bild dieser Welt zeichnen. Denn nie wurde weltweit so viel dokumentiert wie heute und nie in solcher Qualität. Jedes 50-Euro-Handy, es klingt bitter, schießt bessere Bilder als dieser Zwölftausend-Schilling-Spiegelreflexkasten, den ich mir vor Urzeiten zugelegt hatte.

Vielhundertbilderstarkes Online-Album

Digicam, Handycam & Flickr, das ist eine Folge der digitalen Revolution, verführen uns dazu, unsere Welt ständig abzulichten und online zu stellen. Als wollten wir panisch vermeiden, irgendeinen Moment einmal nicht “festzuhalten”. Aber merken wir uns die Erlebnisse dadurch wirklich besser?, fragte meine Facebook-Freundin unlängst, als sie in das vielhundertbilderstarke Online-Album meiner schwedischen Cousine gestolpert war.

Nein, wir merken sie uns nicht besser, bin ich versucht zu sagen, denn die Erinnerung ist sowieso eine böse Maschine, die verzerrt und verdreht und rüttelt und täuscht. Sie stellt uns Bilder ins Großhirnrindenarchiv, die wir so gar nie gesehen haben. In der Datenbank meiner Erinnerungen waren die Papierbilder aus meinem verschollenen Schuhkarton als großartige Momentaufnahmen abgespeichert. Nada, als sie aus dem Karton gepurzelt waren, war’s vorbei mit der Verklärung.

Wollen wir einmal hoffen, dass es uns mit den digitalen Bildern nicht auch einmal so geht. Aber die schauen wir uns wenigstens häufiger an, lassen unsere Webfreunde sich durch die Bilderflut klicken, sie kommentieren oder gar mit Sternchen bewerten.

Super-8-Filme und Tonbänder

Und was wir gleich noch mithoffen: dass die Abermilliarden von Bildern, die wir heute schießen, von Programmen und Betriebssystemen zukünftiger Computer besser gelesen werden können als die vielen Texte und Daten, Progrämmchen und Spiele, die wir - noch keine fünfzehn Jahre ist es her - auf Floppydisks und Zip-Disketten abgespeichert haben. Von den Super-8-Filmen und Tonbändern unserer Eltern und den Musikkassetten unserer Jugend einmal ganz zu schweigen.

Aber wie war das in “Casablanca”, wie sagte Humphrey Bogart einst zu Ingrid Bergmann: “Wir werden immer Paris haben.” Digitalkamera war damals übrigens keine dabei.

……………………………
Die Filmregisseurin Andrea Maria Dusl hostet das populäre weblog www.comandantina.com. Im Residenzverlag erscheint im Herbst ihr Roman “Boboville”. Ein neuer Film, “Crazy Day”, ist in Vorbereitung.

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Wochenspeiseplan

Bloged in Freizeit von stanger.org Freitag Juni 27, 2008

Montag
morgens - Schale von zwei Eiern 5 große Brotkrümel
mittags - 4 Ameisenhaxen in Blätterteig 1 Apfelstil
abends - 1 Stunde Dauerlauf mit dem Drahtesel an der Hand

Dienstag
morgens - Hauch von Rührei
mittags - Gemüse von 2 Erbsen und einer Bohne, 1 Zwetschgenstein
abends - 20 Liegestütze

Mittwoch
morgens - 2 Cornflakes
mittags - vorüberziehender Bratenduft, Kartoffelschalen einer
kleinen Kartoffel, 1 Mokkalöffel Fruchtjogurt
abends - 1 Stunde Treppensteigen

Donnerstag
morgens - 1/8 l Magermilch
mittags - 1 Blatt Spinat mit zwei Fliegeneiern Saft einer Kirsche
abends - 23 Liegestütze

Freitag
morgens - 1 Löffel Waldhonig
mittags - 3 Gräten von Alaska - Lachs 2 gekochte Kartoffelaugen 2
frische Heidelbeeren
abends - 1 Klimmzug am Brotkasten

Samstag
Fastenstag - 1 trockene Semmelbrösel vom Grill

Sonntag
morgens - 6,25 g Müsli
mittags - Knollenblätterpilz-Auflauf
abends - brauchst du nicht mehr

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Das Geheimnis

Bloged in Freizeit von stanger.org Freitag Juni 27, 2008

Eva:
Hallo Gott? Ich habe da ein Problem!
Gott:
Was ist denn los Eva?
Eva:
Ich weiß, dass Du mich geschaffen hast und alles um mich herum, den wunderbaren Garten, die putzigen Tierchen, diese wahnsinnig lustige Schlange und so, aber - ich bin einfach nicht zufrieden.
Gott:
Aber warum denn nicht Eva?
Eva:
Weil ich um Himmels Willen -Entschuldigung!- keine Äpfel mehr sehen, essen oder riechen kann, und weil ich einsam bin.
Gott:
Na ja, ich hätte da schon eine Lösung. Ich könnte einen Mann erschaffen.
Eva:
Einen Mann? Was ist denn ein Mann?
Gott:
Eine fehlerhafte Kreatur mit vielen Mängeln. Er wird lügen, betrügen und eitel sein, und
er wird Dir das Leben schwer machen. Aber er wäre größer und schneller und stärker als Du
und würde jagen und Tiere töten. Ich würde ihn so machen, dass er Deine fleischlichen
Gelüste befriedigen könnte. Er wird aber sonst eher witzlos und kindisch sein. Er wird Spaß daran finden zu raufen und einen Ball mit dem Fuß herum zu treten. Er wird nicht so klug sein wie Du und immer Deine Hilfe und Deinen Rat brauchen.
Eva:
Das klingt ja nicht ganz schlecht. Wo ist der Haken?
Gott:
Also, Du kannst ihn haben, aber nur unter einer Bedingung.
Eva:
Und die wäre?
Gott:
Wie gesagt, er wird auch eitel und selbstverliebt sein. Du musst ihn in dem Glauben lassen, dass ich ihn zuerst erschaffen habe. Und das muss unser Geheimnis für ewig bleiben, Du weißt schon - unter uns Frauen!!

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Fussball-EM ::: Tor der Woche 2

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 23, 2008

FA-25.2008-EM-Tor-der-Woche.jpg

Das letzte Glück, das die Kicker der österreichischen Nationalmannschaft hatten, bevor ihnen Angstgegener und grosser Bruder Deutschland die Fussballhosen auszog. Ein Gutes hattes es noch: Österreich war die einzige Mannschaft, die nach dem Ausscheiden nicht nach Hause fahren musste. Sie war ja schon da.

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@Andrea Maria Dusl

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Om Dhom Khom

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 23, 2008

Om-Dhom-Khom.jpgLiebe Falter Redaktion,

eine Frage die ich mir schon lange stelle: Was wurde eigentlich aus Om Dhom Khom? Den vermisse ich schon sehr.

Mit freundlichen Grüssen, Ingrid Strauß

Liebe Ingrid,

stellvertretend für die bienenfleissige und montags in ihren Produktionswaben rotierende Falterredaktion werde ich versuchen, Ihre Frage zu beantworten. Als langjährige Wegbegleiterin kenne ich die Geschichte Oms seit Anbeginn, seit langen Jahren korrespondiere ich mit dem quirligen Nepalesen, auch heimlich. Zur Erinnerung: Om Dhom Khom war einer ebenso breiten wie qualifizierten Öffentlichkeit als Wettergott bekannt. Der gebürtige Katmandese kommentierte wöchentlich das Wettergeschehen und lieferte Hintergünde und Analysen aus den Zentren der Wettermacherei. Die Insiderberichte seiner Grabenkämpfe mit Wettergötern anderer Couleurs sind Legion. Aufgrund einer synaptischen Unpässlichkeit beherrschte der sympathische Meteorologie-Kolumnist die Aussprache der österreichischen Landessprache nur fragmentarisch. Sätze wie: Die iste sön, oder: Blits und Donne sind Pfeffe und Salts von die Himmel - und die Hagel die iste die Ko’iande. Om Dhom Khom’s hermetischen Berichte aus der Wettermacherzentrale “Siebter Himmel” waren eigenwillig und konfus, aber eines waren sie nie: langweilig oder profan. Und dennoch passierte eines Tages das “unossp’eklige”, Om Dhom Khom’s Kolumne wurde gekillt. Ein Modistenzirkel hatte zu oft “Sex in the City” geschaut und sich mit einer Kolumne namens “Mädchenzimmer” profiliert. Für den Katmandesen war kein Platz mehr im Falter. Doch die Hoffnung lebt. Om-Fan Thurnher bastelt mit meiner Hilfe an der Wiederauferstehung Om Dhom Khoms. Schliessen Sie sich uns an! dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine wöchentliche Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 26/2008

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YAML Editor

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 17, 2008

Dirk Jesse der Autor von YAML (Yet another multicolumn layout) hat nun ein feines Tool geschaffen.
Habe gerade bei Thomas darüber gelesen, dass es sich um einen Editor handelt, der das CSS-basierte Layout individuell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.
Ich war immer der Meinung, dass Yaml doch für kleinere Seiten deutlich zu mächtig ist, aber damit […]

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Die Financial Times hat mir nen Link spendiert

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 17, 2008

Heute habe ich mal wieder meine Statistiken durchgeschaut und dabei die Financial Times Deutschland als Referer entdeckt.
Natürlich habe ich gleich mal nachgeschaut - die FTD schreibt also über den Regionalflughafen in Parchim und verweist dabei auf  eine meiner Seiten. Mal schauen, ob der Link bei google etwas zählt, oder lediglich Traffic darüber abgegriffen werden kann.
Das […]

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NEUE RSS-FEED-ADRESSE!

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 17, 2008

Ab sofort hat mein Blog eine neue RSS-Feed-Adresse:

http://feeds.feedburner.com/panophobie

Alle Links sind bereits angepasst, bitte tut dies auch in euren Newsreadern!

Danke für euer Verständnis!

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The Living End in London 2007

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 17, 2008

Ich war auch dieses Jahr beim Konzert von The Living End in London im Electric Ballroom.
Hier nun die ersten Youtube-Videos:
Mr Sandman und E-Boogie:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com
We want more:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com
West End Riot:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com
Till the end:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com
Wer noch mehr hat, der darf hier gernen nen Kommentar hinterlasen.

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SMS-Ersatz startet in Deutschland

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 17, 2008

Die mobile Community Crickee - mit 850.000 Mitgliedern wohl eine der größten Europas startet Ihre Beta in DE.
 
Das Besondere: Crickee bietet seinen Benutzern eine Art SMS-Ersatz. Das heißt auf gut deutsch, dass Crickee Benutzer anderen Crickee Benutzern übers Handy kostenlos texten können. Damit man Bescheid weiß, dass ne Nachricht eingegangen ist im Crickee Account wird […]

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Fliegenfanzone

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 16, 2008

Fanzone-Fliegen.jpgLiebe Frau Andrea,

jetzt gibt es wieder Fliegen, überall aber ganz besonders in der Mitte eines Zimmers, mit oder ohne Lampenschirm, schwirren die, meist zu dritt oder viert ständig um einen nicht sichtbaren Mittelpunkt. Warum denn, lieben die Fliegen überall die Mitte eines Raumes so sehr? Hat das was mit den Winden zu tun? Mit der Erdstrahlung? Bitte beantworten Sie mir diese Frage.

Danke, Maria, Wien 3

Liebe Maria,

die lästigen Kloboten in unseren Wohnzimmern und Küchen sind soziale Wesen. Als Fanzone verwenden die sex- und bewegungssüchtigen Fliegenmännchen die Beleuchtungskörper unserer Zimmer. Die Chance auf eine Partnerschaft mit einem zufällig vorbeisurrenden Fliegenweibchen ist in der Mitte des Zimmers am grössten. Das ist ein bisschen wie in der Fanzone, wo die Fussballfliegen um die zentralen Bierstände schwirren. Auf der Suche nach sozialer Wärme, Stoffwechselanregung und der zufällig vorbeibrummenden Fliegenfrau. Wenn Sie die Unterseite einer Glühbirne genau untersuchen, werden ihnen kleine braune Punkte auffallen: Die Stoffwechselprodukte der Fliegen. Sollten Sie versucht sein, einen Klebestreifen zur Fliegendeziemierung zu verwenden, hängen Sie diesen nie mit der nichtklebenden Hülse nach unten auf: Fliegen setzen sich automatisch an das Dicke - in diesem Fall harmlose - Ende. Schneiden Sie die Hülse ab und knüllen Sie das freie Ende zu einem tödlichen Fliegentreffpunkt. Ein anderes Mittel, vergleichbar mit teurem Bier in der Fanzone: Tupfen sie einen Tropfen Essig auf die unterste Stelle der Birne. Das mögen die Fliegen gar nicht, sie suchen sich eine andere Birne. Die Zahl der Fliegen nimmt insgesamt ab, wenn Sie von Zeit zu Zeit Essigtropfen auf der heissen Herdplatte verdampfen lassen. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 25/2008

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Gates of Hell ::: Devil’s Pool

Bloged in Freizeit von stanger.org Sonntag Juni 15, 2008

Aus meiner bescheidenen Serie “Gates of Hell”: Das gefährlichste Schwimmbad der Welt. Devil’s Pool an der Abrisskante der Victoria Falls, Zimbabwe, Afrika.

Please don’t try tis at home.

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Fussball-EM ::: Tor der Woche 1

Bloged in Freizeit von stanger.org Donnerstag Juni 12, 2008

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Aus meiner langjährigen Falter-Serie ‘Tor der Woche’ diesmal der Beginn der neuen, wöchentlichen Europameisterschafts-Betrachtungen. Zur Erinnerung: Das Tor der Woche ist nicht das schönste Tor, das spektakulärste oder wichtigste, sondern das eindrucksvollste. Und Eindruck hat der Elfer von Herrn Modric hinterlassen. Zumindest in Österreich.

Für Falter 24/2008. Ins Bild klicken für 1000px-Version

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Esel und Männer

Bloged in Freizeit von stanger.org Dienstag Juni 10, 2008

Gott erschuf den Esel und sagte zu ihm:
“Du bist ein Esel. Du wirst unentwegt von morgens bis abends arbeiten und schwere Sachen auf deinem Rücken tragen. Du wirst Gras fressen und wenig intelligent sein. Und Du wirst fünfzig Jahre leben.” Darauf entgegnete der Esel: “Fünfzig Jahre so zu leben ist viel zu viel, gib’ mir bitte nicht mehr als dreißig Jahre!” Und es war so.

Dann erschuf Gott den Hund und sprach zu ihm: “Du bist ein Hund. Du wirst über die Güter der Menschheit wachen, deren ergebenster Freund du sein wirst. Du wirst das essen, was der Mensch übrigläßt und 25 Jahre leben.” Der Hund antwortete: “Gott, 25 Jahre so zu leben, ist zu viel. Bitte nicht mehr als zehn Jahre!” Und es war so.

Dann erschuf Gott den Affen und sprach: “Du bist ein Affe. Du sollst von Baum zu Baum schwingen und Dich verhalten wie ein Idiot. Du wirst lustig sein und so sollst Du für zwanzig Jahre leben.” Der Affe sprach: “Gott, zwanzig Jahre als Clown der Welt zu leben, ist zu viel. Bitte gib mir nicht mehr als zehn Jahre.” Und es war so.

Schließlich erschuf Gott den Mann und sprach zu ihm: “Du bist ein Mann, das einzige rationale Lebewesen, das die Erde bewohnen wird. Du wirst Deine Intelligenz nutzen, um dir die anderen Geschöpfe untertan zu machen. Du wirst die Erde beherrschen und für zwanzig Jahre leben!”Darauf sprach der Mann: “Gott, Mann zu sein für nur zwanzig Jahre ist nicht genug. Bitte gib mir die zwanzig Jahre, die der Esel ausschlug, die fünfzehn des Hundes und die zehn des Affen.”

Und so sorgte Gott dafür, dass der Mann zwanzig Jahre als Mann lebt, dann heiratet und dreißig Jahre als Esel von morgens bis abends arbeitet und schwere Lasten trägt. Dann wird er Kinder haben und fünfzehn Jahre wie ein Hund leben, das Haus bewachen und das essen, was die Familie übrig läßt. Dann, im hohen Alter, lebt er zehn Jahre als Affe, verhält sich wie ein Idiot und amüsiert seine Enkelkinder.

Und so ist es bis heute…

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Ehrlichkeit

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 9, 2008

Ein Geschäftsmann sendet ein Fax an seine Frau:
An meine liebe Ehefrau :
Du verstehst sicherlich, dass ich gewisse Bedürfnisse habe die Du, nun da Du 54 Jahre alt
bist, nicht mehr befriedigen kannst.
Ich bin sehr glücklich mit Dir und schätze Dich als eine gute Ehefrau. Deshalb hoffe ich, dass Du es nicht falsch verstehen wirst, wenn Du nach diesem Fax wissen wirst, dass ich mit Vanessa, meiner 18-jährigen Sekretärin, im Hotel Comfort Inn sein werde. Aber sei nicht beunruhigt. Ich werde vor Mitternacht wieder zuhause sein.

Als der Mann nach Hause kommt findet er auf dem Esszimmertisch folgenden Brief:
Mein lieber Ehemann.
“Ich habe Dein Fax erhalten und danke Dir sehr für Deine Ehrlichkeit. Bei dieser Gelegenheit möchte ich Dich daran erinnern, dass Du mittlerweile auch 54 Jahre alt bist. Gleichzeitig möchte ich Dich darüber informieren, dass, während Du diesen Brief liest, ich mit Michel, meinem Tennislehrer, der wie Deine Sekretärin auch 18 Jahre alt ist, im Hotel Fiesta sein werde. Als erfolgreicher Geschäftsmann und mit Deinen exzellenten Kenntnissen in Mathe, verstehst Du natürlich, dass wir in der gleichen Situation sind, jedoch mit einem kleinen Unterschied :
18 geht öfter in 54, als 54 in 18 … und darum, konsequenterweise, brauchst Du vor morgen früh nicht mit mir zu rechnen !

Einen dicken Kuss von Deiner Frau, die Dich wirklich versteht.

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Männer mit Hut

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 9, 2008

Liebe Frau Andrea,

jetzt habe ich einen Karton Paninibilder in mein Album geklebt und die Gesichter der EM-Teilnehmermänner memoriert. Fusballer über Fussballer. Nur einer sieht anders aus. Der tschechische Tormann. Er trägt eine Panzerfahrermütze. Mir ist das schon im Champions-League-Finale aufgefallen. Warum hat der Mann einen Hut auf? Darf er das? Fragt sich und Sie,

Maria Patat, per Elektropost

Liebe Maria,

zuerst zum profanen. Ein ganzer Karton Paninibilder heisst unter Klebeporträtspezialisten “Schlitten”. Nun zum koronalen: Tatsächlich ist der tschechische National-Goalie und Chelsea-Gehäuse-Wächter der einzige EM-Teilnehmer mit Kopfbedeckung. Der Welttorhüter des Jahres 2005 gilt als einer der besten Keeper seines Fachs. Die schwarze Panzerhaube trägt der Pilsner Petr Äech nicht aus Jux und Tollerei. Auch modische Erwägungen spielten bei der Wahl seines Huts keine Rolle. Big Pete, wie ihn die Londoner liebevoll nennen, trägt Hut, weil er im sich Premier-League-Spiel gegen den FC Reading am 14. Oktober 2006 bei einem Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler Stephen Hunt einen Schädelbasisbruch zugezogen hat. Er wurde noch am selben Tag operiert und begann schon drei Monate später wieder mit dem Mannschaftstraining. Es wird mehrere Jahre dauern, bis der Schädelknochen vollständig verheilt ist. Äech spielt daher mit einem 83 Gramm schweren Helm aus Kunststoff, den er auch nach vollständiger Heilung seiner Schädelkappe anbehalten möchte. Damit reiht er sich in die grosse Galerie anderer schädelbeschädigter Hutträger ein: Niki Lauda (Brandopfer), Joseph Beuys (Kriegsverlezung), Gunther von Hagens (Plastinateur-Haarlosigkeit) und Udo Lindenberg (Altrocker-Glatze). dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 24/2008

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FM4-Patenschaft ::: Schweden

Bloged in Freizeit von stanger.org Sonntag Juni 8, 2008

Sverige.jpgIch bin für Schweden. Ich kann es mir ja aussuchen. Als biethnische Tochter einer Schwedin und eines Österreichers habe ich kein Problem mit einem schwächelnden Nationalteam. Einem schwächelnden österreichischen Nationalteam. Schweden macht mir fussballerisch immer große Freude. Seine Elf ist so stabil wie ein IKEA-Regal, taucht alle zwei Jahre erst in meinem Paninialbum und dann im Fernseher auf und präsentiert knackige Männerblondinen und den einen oder anderen naturalisierten Bosnier, Herzegowiner, Kroaten, Serben oder Montenegriner. Der kickende Südslawe hat in Schweden ein leichtes Spiel. Er bringt Feuer ins Geschehen. Anders als in Österreich, wo der kickende Südslawe immer Rechtfertigungsbedarf hat. Die Schweden sind also cool und die Mannschaft meines Herzens. Sie machen keine Mühe und schlagen sich gut. Fürs Weinen und den Weltschmerz habe ich jederzeit die Schnitzelland-Equippe bei der Hand. Nur eine Paarung fürchte ich: Sverige mot Österrike. Da wird es mir gehen, wie den Welfen in Gmunden. Als Exilkönige von England und Herzöge von Braunschweig jubeln die bei einem Match Deutschland-England bei jedem Tor, ganz egal, wer es gerade geschossen hat.

Kleines Textlein, dass ich für den Radiosender FM4 geschrieben habe.

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Fundierte Schulbildung

Bloged in Freizeit von stanger.org Donnerstag Juni 5, 2008

Fundierte Schulbildung ist wichtig!

Realschule um 1960:
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50,-.
Die Erzeugerkosten betragen DM 40,-.
Berechne den Gewinn!

Sekundarschule um 1970:
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für DM 50,-.
Die Erzeugerkosten betragen vier Fünftel des Erlöses.
Wie hoch ist der Gewinn des Bauern?
(Rechenschieber nicht erlaubt).

Geschlechtsneutrale Fassung Mitte Achtzigerjahre:
Ein/e Bauer/in verkauft einen/e Sack/in Kartoffel/innen einem/er Kunden/in für DM 50,-.
Die Erzeuger/innen-Kosten betragen vier Fünftel/innen des Erlöses.
Wie hoch ist der/die Gewinn/in des/der Bauer/in?
(Keine Taschenrechner/innen verwenden!)

Gymnasium um 1990:
Ein Agrarökonom verkauft eine Menge subterraner Früchte der Art ’solanum
tuberosum’ für eine Menge Geld (=G).
G hat die Mächtigkeit 50. Für die Elemente G=g gilt g=x.
Die Menge der Herstel lungskosten (=H) ist um zehn Elemente weniger mächtig als die Menge G.
Zeichnen Sie ein Bild der Menge H als Teilmenge G und geben Sie die
Lösungsmenge X für folgende Frage an:
Wie mächtig ist die Gewinnmenge?

[…] Lies mehr!

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EM 2008 Deutschland-Österreich

Bloged in Freizeit von stanger.org Donnerstag Juni 5, 2008

Österreich spielt bei der EM gegen Deutschland. Teamchef Jogi Löw und seine Spieler unterhalten sich vor dem Match in der Umkleidekabine: “Hört zu Jungs, ich weiß, die Österreicher sind schlecht.”, erklärt der Trainer. “Aber wir müssen gegen sie spielen, da ist nichts zu machen…”

“Ich mache Euch einen Vorschlag”, sagt Jens Lehmann , “ihr geht alle in eine Bar und ich spiele allein gegen sie. Was meint ihr dazu?”
“Klingt vernünftig!”, antworten der Teamchef und die anderen Spieler und gehen in eine Kneipe auf ein Bier und spielen Billard.

Nach gut einer Stunde erinnert sich Michael Ballack, dass ja das Spiel läuft und schaltet den Fernseher an:

Die Anzeigetafel zeigt:
Deutschland 1 (Lehmann 10. Min.) - Österreich 0

Zufrieden widmen sie sich wieder ihrem Billardspiel und dem Bier für eine weitere Stunde, bevor sie sich das Endresultat betrachten.

Die Anzeigetafel zeigt:
Deutschland 1 (Lehmann 10. Min.) - Österreich 1 ( Linz 90.Min.)

“Scheisse!” schreien alle Spieler und rennen entsetzt ins Stadion zurück, wo sie Jens Lehmann in der Kabine sitzen sehen, das Gesicht in den Händen vergraben.

“Was zum Teufel ist passiert, Jens?” schreit der Teamchef.

“Sorry Freunde”, antwortet Lehmann, “aber dieser verdammte Schiedsrichter hat mich in der 11. Minute vom Platz gestellt!”

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Fussballbuchstaben

Bloged in Freizeit von stanger.org Montag Juni 2, 2008

Werte Frau Andrea,

Die offizielle Kurzbezeichnung der heuer auch bei uns in Österreich stattfindenden Fußball-Europameisterschaft der Nationalmannschaften heißt „UEFA EURO 2008TM“. Können Sie mir offenbaren, was dieses – nicht nur für mich geheimnisvolle – hochgestellte Kürzel TM bedeutet?
fragt Walter Stach in der Laimgrube, per Elektropost.

Lieber Walter,

auf der ersten Ebene der Dechiffrierung können wir die Formel UEFA EURO 2008™ als “Union (of) European Football Associations - EUROpean football championship (of) 2008, (protected) TradeMark lesen. UEFA ist die Vereinigung europäischer Fußballverbände, sie richtet alle vier Jahre eine Europameisterschaft aus. Gralshüter des Schatz der Schätze - der Henri Delaunay Trophy, eines amphorenförmigen Silberbechers - ist seit Anfang letzen Jahres der französische Kickergott Michel Platini. Noch steht der 8-Kilo-Humpen beim letzten Sieger Griechenland in der Schatzkammer. Der hochgestellte Fliegenschiss ™, der rätselhafteste Teil des sperrigen Terms, ist das typografische Signet für Trademark, die angloamerikanische Entsprechung unseres Begriffs Marke. Bei dem kleinen Kürzel geht es ums grosse Geld. Um die missbräuchliche, sprich kostenlose Verwendung von Logos und Wortmarken der Europameisterschaft zu verhindern, haben die Advokaten der UEFA entsprechende Einträge in allen nur erdenklichen Markenschutzregistraturen und Salzämtern zwischen Island und Aserbeidschan vornehmen lassen. Ohne das teure Placet der UEFA darf die Marke nicht kommerziell genutzt werden. Die Schnitzellandflagge und der Bundesadler sind bekanntlicherweise noch ohne Schutzmarke unterwegs. dusl@falter.at www.comandantina.com

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Albinopenisse

Bloged in Freizeit von stanger.org Sonntag Mai 25, 2008

Spargel.jpgLiebe Frau Andrea,

gerade noch ist Spargel das ganz große Ding. Immer wieder ist in diesem Zusammenhang von “Solospargel” die Rede, vor allem auf gasthäuserlichen Speisekarten und -tafeln. Was bedeutet “Solo”, gibt’s da nur eine einzige Stange auf den Teller? Mein Freund behauptet ja, das liege daran, dass man nach Spargelgenuss lieber “solo” die Waschräume aufsuchen sollte weil das Pippi komisch riecht. Wieso das denn schon wieder?

Christian, Wien 2

Lieber Christian,

der Solospargel, die genitalste Delikatesse, die die gute Küche kennt, kann durchaus “zu mehrert” serviert werden, wie der Wiener sagt. Das Epiteton “Solo” erwirbt der Albinospargel ab einem Durchmesser von 20 bis 25mm. Das Liliengewächs, das entfernt mit Zwiebel, Schnittlauch, Knoblauch und Bärlauch, ja sogar mit den Agaven, Hyazinthen, Schwertlilien und Orchideen verwandt ist, kannten schon die alten Griechen als aspáragos - von spargáo, ich sprosse.

Spargel-2.jpgSie legten die kleinen Pimpi allerdings nicht auf ihre Teller, sondern kurierten damit Zahnschmerzen und Bienenstiche. Die europäische Küche unterscheidet den weissen Bleichspargel und den Grünspargel. Letzterer ist bei der Ernte nicht mit Erde bedeckt, genießt das Sonnenlicht, wird chloropyllgrün und schmeckt herzhafter. Der typische Geruch des Urins nach Spargelverzehr ist auf Abbauprodukte wie S-Methyl-thioacrylat sowie dessen Methanthiol-Additionsprodukt S-Methyl-3-(methylthiothioproponiat zurückzuführen. Die Wahrnehmung der stinkenden Abbauprodukte im Urin ist übrigens genetisch bedingt. Nur ein Teil der Menschheit kann die entstehenden Gerüche wahrnehmen. Dem anderen fehlen Enzyme zur Metabolisierung der Spargelaromastoffe. Hoffnung, die lebt. dusl@falter.at www.comandantina.com

Für meine Kolumne ‘Fragen Sie Frau Andrea’ in Falter 22/2008
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Jetzt online spenden!
Eine Website von Ärzte ohne Grenzen http://www.schnellehilfewirkt.at/
powerd by Blinklicht via Phreak 2.0

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Spinne oder Fliege im Netz

Bloged in Freizeit von stanger.org Sonntag Mai 25, 2008

Nie war es einfacher, sich neue Bekannte zu suchen: In sozialen Netzwerken im Web gilt jeder Kontakt gleich als “Freund” - Andrea Maria Dusl über ihre Versuche, zwei Welten miteinander zu verbinden. Für Der Standard / Rondo vom 23. 5. 2008

Angefangen hat es mit Orkut, Googles halbgeheimer Freundschaftsbörse. Zu meinen ersten Freunden gehörten Guy Manuel aus Brasilien, ein alter Herr mit Glatze, Huy Zing, ein mysteriöser Student aus San Francisco, und ein gewisser Mistiborn aus Liechtenstein. Meine eigene Freundesliste im Orkut-Netzwerk war bald zweistellig. Alle diese Orkut-Bünde wären ohne mein stetiges Online-Sein, meine Bereitschaft, Sekunden und Minuten in die Waagschale der Schnellkommunikation zu werfen, gewiss nicht am Leben geblieben.

Orkut hieß Orkut, weil das der Vorname von Orkut Büyükkökten war, eines türkischen Computer-Science-Studenten an der legendären Silicon-Valley-Schmiede Stanford. Jener kalifornischen Elite-Universität, die wie keine zweite für den technologischen Input der IT-Industrie sorgt. Orkut Büyükkökten programmierte für Google. “Google nahestehend” verriet denn auch ein kleiner Hinweis am unteren Rande jeder Orkut-Page.

Bediente also Orkut die Suchtechnologie Google, um die Millionenschaft seiner Mitglieder auf der Suche nach neuen Freunden und Freundesfreunden zu unterstützen? Mit Sicherheit. Aber es war nicht Google, das Orkut von Nutzen war. Es war genau umgekehrt.

Von allen Orkutlern habe ich allerdings grad mal zwei irdisch kennengelernt. IRL kennengelernt, wie das heißt, “in real life”. Die beiden waren dann allerdings tatsächlich große Knaller in meinem wirklichen Leben, große Knaller, weil aus all den unwirklichen Begegnungen mit virtuellen Internetizens zumindest zwei wirkliche Beziehungen entsprangen, zwei reale Freundschaften.

Recht mager die Ausbeute, möchte man meinen. Zwei aus 21 Millionen. Immerhin. In der Wiener U-Bahn, auch eine Millionen-Community, habe ich mangels immunisierender Gesprächskultur weniger Freundschaften akquiriert.

Orkut ist mittlerweile eingeschlafen. All die brasilianischen Party-Einladungen, die Ich-möchte-mit-dir-Beziehung-Kurznachrichten, die mir junge Männer aus dem Nahen Osten in die Inbox geschaufelt haben: Sie sind vergraben, vergessene Passwörter und verwaiste E-Mail-Accounts sei Dank. Datenmüll, auf dem die amerikanischen Terror-Schnüffelhunde herumgeistern, aber verborgen für Soziologen und Demografen. Verschüttet für immer in Server-Farmen an der Westküste. In Zukunft wird das anders sein: Nach MySpace und Facebook hat jetzt auch Google angekündigt, dass User ihre Profile auf andere Websiten übersiedeln können.

Und Orkut ist ja nicht wirklich tot. Denn Orkut heißt jetzt Facebook. Das beliebteste aller sozialen Netzwerke ging am 4. Februar 2004 im Uni-Zimmer von Harvard-Student Mark Zuckerberg online und explodierte von einem kleinen Campus-Experiment zu einer weltumspannenden Freundschafts-Börse mit mittlerweile 69 Millionen Mitgliedern. Ihr Motto: “Facebook is a social tool to connect with people around you.” Ein Schelm, wer denkt, dass die Plattform massiv vom Data-Mining lebt. Der Deal ist simpel. Gib mir hundert Daten, und ich gebe dir tausend Freunde. Die Facebooker sind Menschen aus Fleisch und Blut, ihre Namen sind Klarnamen, und ihre Bilder sind keine Avatare aus dem Photoshop - Konsequenz aus dem legendären Bonmot: “Get a first life”, der Hauptkritik am Rohrkrepierer “Second Life”.

Dass Facebook wie auch schon Orkut zuvor den Begriff Freundschaft in die Bedeutungslosigkeit gekickt hat, steht auf einem anderen Blatt. Wie kann man mit Menschen “befreundet” sein, die man noch nie im Leben getroffen hat? Wie Beziehungen führen mit Unbekannten?

In Xing, Ende 2006, als “Open Business Club” gegründet, geht es gleich zur Sache. Mehr blue collar als Face-Book versteht sich die Community als Umsteigebahnhof für geschäftliche Freundschaften. Auch ich bin auf dem dünnen Eis der Gegenwart schon in Xing geschlittert.

Für tiefschürfendes Xinging fehlt mir allerdings die Bereitschaft, meine Kreditkarte mit einer Vollmitgliedschaft zu belasten. Das zerbrechliche Band der geschäftlichen Bekanntschaft will ich nicht mit den derben Fesseln wirklicher Freundschaft vertauschen. Ich möchte lachen und weinen, nicht lol-en und : ( -en, und zu lähmenden Power-Point-Vorträgen von umtriebigen Xinglern möchte ich auch nicht erscheinen.

Aber vielleicht ist das ja ohnedies alles Trug. Vielleicht sind wir alle unentrinnbar in einem weltumspannenden neuen Biedermeier gefangen, das heile Welten insinuiert, fröhliche Beziehungen, Denkerbünde und Geschäfts-Companien gründet und uns ein großes, virtuelles Kaffeekränzchen vorgaukelt. Vielleicht steckt hinter der Sehnsucht nach der Netzfreundschaft der zerbrechliche Wunsch, irgendwo dabei zu sein. Vielleicht ist die Facebookitis Ausdruck der existenziellen Angst, in einer Welt unterzugehen, die sich über Netzwerke definiert.

Denn eines haben Globalisierung und der dumpfe Siegeszug des Neoliberalismus gelehrt: Die alten Mechanismen der Lebenssicherung funktionieren nicht mehr. Berufe sind